
MUSEUM

- Adresse: Kirchenplatz 4, 35423 Lich
- Öffnungszeiten: Vom 15. März bis 31. Oktober samstags 14 bis 16 Uhr, sonntags 10.30 bis 12 Uhr
- Ehrenamtliche Betreuung durch den heimatkundlichen Arbeitskreis
Der Heimatkundliche Arbeitskreis Lich e. V. ist ein eingetragener Verein. Seine Entscheidungsgremien sind der Vorstand und die Mitgliederversammlung, die diesen wählt.

Das Textorhaus
Das Heimatmuseum präsentiert sich in einem der schönsten Fachwerkhäuser der Stadt. Zudem zeichnet es die prominente Lage am Kirchenplatz zwischen Marienstiftskirche, Rathaus und Marktplatz aus. Über einem imposanten Kellergewölbe des 15. Jh. wurde im 16. Jh. ein Fachwerkhaus errichtet, von dem lediglich das Erdgeschoß noch erhalten ist. Darüber baute Jakob Textor, ein gräflich-solmsischer Rentmeister, 1632 die Obergeschosse, deren prächtige Schnitzereien seinen Wohlstand erahnen lassen. Stilisierte Ranken und Beschlagwerk umrahmen Fenster der Giebelfront und das kunstvolle Fachwerk. Auch wenn er und seine Frau bereits drei Jahre nach der Fertigstellung an der Pest starben, bezeugen ihre Wappen noch die Erbauer des Hauses.

Links weisen eine Bügelschere zum Glätten von Tuch und eine Handkarde oder Wollkratze zum Säubern und Auskämmen von Rohwolle darauf hin, dass Jakob Textor aus einer (Woll-)Weberfamilie (Textor=lat. Weber) stammt. Die drei waagerechten Geweihstangen gehören zum Wappen der Ehefrau Marie geb. Knoll.

Im Rahmen eines neuen Anbaus an das historische Rathaus wurde auch das Textorhaus von Grund auf renoviert. Seit 1984 hat die Heimatkundliche Sammlung dort ihre endgültige Bleibe gefunden.
Geschichte des Museums
Ein in den 1930er Jahren eingerichtetes kleines städtisches Museum wurde bereits bei Kriegsbeginn 1939 wieder aufgelöst und der verbliebene Bestand auf dem Dachboden des Rathauses gelagert. Dort hat es der Studienrat für Geschichte und Latein, Hans Schnorr, aufgefunden und sich um die Reinigung und Restaurierung gekümmert.
1963 wurde ihm im bis dahin bewohnten Textorhaus ein Raum für eine Schausammlung zur Verfügung gestellt. Nach einer Grundsanierung dieses sehenswerten Fachwerkbaus in den Jahren 1982 bis 1984 dient es seit 1984 als Museum für die Heimatkundliche Sammlung der Stadt Lich.
1992 konnte es um das Nebenhaus Kirchenplatz 6 erweitert werden, in dem sich nun der Raum für Sonderausstellungen und d Sielzeugsammlung befinden. Bis Ende der 1980er Jahre wurde das Museum sehr engagiert von Hans Schnorr betreut. Obwohl das Gebäude und die Sammlung im Eigentum der Stadt Lich stehen, kümmern sich Ehrenamtliche vom Heimatkundlichen Arbeitskreis Lich e. V um die Ausstellung.